Frauenfußball Kreispokalfinale: SV Bischofshagen-Wittel - SG Schweicheln 2:0 (1:0)
Es passte alles. Der Rahmen, das Wetter und der Gewinn. Zum Finale um den Kreispokal, der inoffiziell ausgespielt wurde, weil zwei Mannschaften aus dem Kreis Herford sich ins Finale gespielt hatten und die Teilnehmer aus den Kreisen Minden und Lübbecke zuvor gescheitert waren. Die beiden Finalisten sind für den Westfalenpokal in der nächsten Saison qualifiziert. Das Wetter, zehn Grad und ein frischer Regen, ließen die rund einhundert Zuschauer am Engeraner Kunstrasenplatz frieren. Dafür erhitzen sich die Gemüter schon vor dem Anpfiff, denn anstatt auf Rasen wurde auf Kunstrasen gekickt. Der Rasen war nicht abgekreidet und konnte auch spontan nicht markiert werden. Dennoch war der SC Enger ein guter Gastgeber des ersten Pokalfinales im Frauenfußball. Hinter beiden Finalisten lag ein langer Weg ins Finale: Die Hägerinnen hatten in den Runden zuvor die Landesligisten VfL Holsen und SC Vlotho aus dem Wettbewerb geschossen, Schweicheln gewann die letzten beiden Partien gegen den Landesligisten Isenstedt und den Kreisligisten VfL Frotheim.
Beide Mannschaften fanden nicht richtig in die Partie. In den ersten 20 Minuten war Schweicheln etwas besser, nutzte die Fehler des SVBW aber nicht aus. Bischofshagen stand zu weit von den Gegenspielerinnen weg und fand nur langsam zu seinem Spiel. Nach einem Eckball in der 28. Minute flog der Ball wie ein Ping-Pong-Ball durch den Schweichelner Strafraum und dann zur sträflich freistehenden Patricia Kroboth, die ihn von links flach ins Netz beförderte. Quasi im Gegenzug hatte die Schweichelner Torjägerin Nadine Westhues die Möglichkeit zum Ausgleich, doch SVBW-Torfrau Marina Leickel machte sich ganz lang und parierte glänzend. Nur zwei Minuten später bot sich Henrike Oetting nach Pass von Rebecca Schwarze eine gute Chance zum Ausbau der Führung und weitere Minuten darauf (35. und 38.) tauchten die Schweichelnerinnen vielversprechend vor dem Bischofshagener Gehäuse auf. “Da dachte ich, wir haben noch eine Chance”, hoffte SG-Trainer Thomas Mock. Entsprechend motiviert kam sein Team aus der Kabine.
Nach dem Seitenwechsel bestimmte der spätere Kreispokal-Sieger weitgehend das Geschehen, stellte mit dem 2:0 (48.) durch Wiebke Meyer frühzeitig die Weichen auf Pokalsieg und erspielte sich weitere gute Torchancen durch Rebecca Schwarze (56.), Tina Eichenberger (64.) und Henrike Oetting (66. und 67. ans Aluminium) für einen höheren Sieg. Franziska Elßner prüfte in der Schlussminute noch einmal SVBW-Torfrau Marina Leickel, den Nachschuss jagte die eingewechselte Cindy Reimann über das Tor.
“Aufgrund der zweiten Halbzeit hat Bischofshagen verdient gewonnen, da waren sie besser”, gratulierte Mock. Auf der anderen Seite gab es Sektduschen und Siegerparolen. Co-Trainer Ernst Vogt war einfach nur stolz: “Das ist einfach Freude pur. Ich bin stolz auf diese Abwehr, wir haben kaum was zugelassen, jetzt wird wieder gefeiert.” Sie haben es gepackt, die Fußball-Frauen vom Hagen, und machten bei unfreundlichem Regenwetter das Double perfekt. Nach der Meisterschaft in der Bezirksliga holte sich das Team vom SV Bischofshagen-Wittel auch den Kreispokal. Doch statt des erwarteten Pokales gab es nach dem Schlusspfiff zwei Bälle für den Sieger. Schweicheln bekam immerhin auch einen… Bischofshagen grüße jetzt als KreisBALLgewinner! Pokalspielleiter Dold entschuldigte sich für die Irritationen um den Platz und wollte keine Vergleiche mit dem Kreispokal der Herren anstellen, der offiziell ausgespielt und zeitgleich zum Frauenfinale in der Brauerei gewürdigt wurde. Der Kreispokal der Frauen wurde inofiziell ausgespielt und statt eines Pokales, gab es halt Bälle für die Siegerinnen.
SV Bischofshagen-Wittel: Leickel; Schellenberg, Kroboth, Kasper, Meyer, Lanza (46. Richter), Hinkelmann, Niedringhaus (70. Mozek), Oetting, Schwarze, Eichenberger.
SG Schweicheln: Wehrbein; Günther, Richter (52. Morkel), Elßner, Heuchert (74. Reimann), Brunstein, Westhues, Fuhrmann, Lowschizki, Stranghöner, Auktuhn.
Schiedsrichter: Ralf Fischer vom TuS Hunnebrock.
Tore: 1:0 (28.) Patricia Kroboth schießt den Ball nach einem Eckball von links freistehend flach ins Netz. 2:0 (48.) Wiebke Meyer auf Vorlage von Rebecca Schwarze.

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